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Dies ist lediglich eine Auswahl vieler Engagierter im Naturschutz, die das Projekt »Natürlich Hamburg!« unterstützen.

 

Ökologie im Stadtpark

Der Hamburger Stadtpark ist nicht nur für viele Hamburger Bürgerinnen und Bürger ein beliebter Ort, um dem Lärm der Großstadt zu entfliehen, die Seele baumeln zu lassen und die Natur zu genießen. Auch zahlreiche bedrohte Tierarten und selten gewordene heimische Pflanzenarten fühlen sich in der grünen Oase wohl. 

Damit die Lebensräume im Stadtpark artenreicher werden, hat der Stadtpark Verein gemeinsam mit dem Bezirksamt Hamburg-Nord im Herbst 2013 das Projekt »Ökologie im Stadtpark« ins Leben gerufen. Das Ziel: bestehende Lebensräume naturnäher gestalten und neue wertvolle Rückzugsräume für die Tiere und Pflanzen im Stadtpark schaffen. Andreas Lampe, Forstwirt und Umweltpädagoge, plant und verwirklicht seit 2013 als Projektleiter praktische Naturschutzeinsätze. Mit engagierten Hamburger*innen wurden bunte Wildblumenwiesen und ein Amphibienteich angelegt, neue Bäume, Sträucher und Blumen gepflanzt. 

Damit die Wildblumenwiesen sich immer wieder erholen und Arten profitieren, die mit wenigen Nährstoffen auskommen, wird ein- bis zweimal im Jahr mit der Sense gemäht. Invasive Neophyten werden bekämpft und artenreiche Saumgesellschaften entwickelt. 


Besonders durch die Einbindung von Kinder- und Jugendgruppen bei den Mitmach-Aktionen soll das bürgerliche Engagement für die Wertschätzung der Natur geweckt und unterstützt werden. 

Ziel ist es auch in den nächsten Jahren, die Ökologie im Park insgesamt deutlich zu stärken und Aufenthaltsbereiche für Tiere und Pflanzen zu schaffen, die innerhalb der Stadt immer weniger Refugien finden.

Erkunden Sie mit Andreas Lampe, Projektleiter des Stadtpark Vereins
am Sonntag, den 23.08., von 15:00 bis 16:30 Uhr den Stadtpark (siehe auch Seite 26).

www.stadtparkverein.de/projekte/ oekologie-im-park


 

Buntes Band Eimsbüttel

Grün ist Eimsbüttel schon – bunte Blüten fehlen aber an vielen Stellen noch! 

Das Bunte Band Eimsbüttel ist eine 2019 gegründete Initiative von Eimsbütteler BürgerInnen, die den urbanen Artenschutz besonders für Wildbienen und andere Insekten vorantreiben will. Zu diesem Zweck vernetzen sich Eimsbütteler GrünpatInnen, Garteninitiativen, Akteure des Bezirksamtes und andere Aktive – also die Menschen, die im öffentlichen Raum gärtnern und das Grün pflegen. Zusammen werden neue Blühflächen mit heimischen Wildblumen und Niststellen für bodenbrütende Insekten angelegt. Saatgut, Pflanzen, aber auch Wissen und Erfahrungen werden untereinander weitergegeben. Das Ziel ist eine kleinräumige Vernetzung der Lebensräume, die an die geringen Flugradien der Wildbienen angepasst ist. Soweit das im urbanen Rahmen möglich ist, werden auch die Bedürfnisse der spezialisierten Insekten berücksichtigt. 

Ein sehr erwünschter Nebeneffekt ist, dass auch die Menschen die Naturschönheit wahrnehmen und genießen. Die spendenfinanzierte Initiative wird organisatorisch getragen vom Verein Naturgarten e.V. und hat unter ihren aktiven Mitgliedern Fachleute aus dem Naturschutz, aus dem Garten- und Landschaftsbau, NaturwissenschaftlerInnen und PädagogInnen. Im Jahr 2019 wurden durch das Bunte Band etwa 500 qm Blühflächen neu angelegt, in zwei Parkflächen wurden Pilotprojekte zur naturschutzorientierten Pflege begonnen.

www.buntes-band-eimsbuettel.de

Begleiten Sie Franziska Schultz von der Initiative Buntes Band Eimsbüttel
am Sonntag, den 23.08., von 11:00 bis 12:00 Uhr durch Eimsbüttel (siehe auch Seite 22).


 

Naturgärten: Ein Netzwerk fürs Leben

Angesichts der schwindenden Artenzahlen möchten auch in Hamburg immer mehr Gartenfreunde auf ihrer Parzelle für die Natur tätig werden. Naturgärten sind bewusst mit heimischen Wildpflanzen gestaltete Gärten, die auch spezialisierten Arten Nahrung und Nistmaterial bieten. Auch Kleingärten mit ihrer Mischung aus Nutzund Ziergarten eignen sich für die naturnahe Umgestaltung.

Unser Ziel: Tiere pflanzen! 

Mit diesen Schritten wird aus einem herkömmlichen Garten ein Naturgarten:

  • Beete dürfen sich durch Versamen/Ausläuferbildung von Wildpflanzen entwickeln
  • Wildstrauchhecken ohne Exoten wie Forsythie oder Kirschlorbeer bieten Insekten und Vögeln mit ihren Blüten und Früchten Nahrung
  • Nischen von Trockenmauern und lose Steinhaufen sorgen für einen Unterschlupf
  • Naturteiche bevölkern sich mit Libellen, Fröschen und anderen Tieren 
  • Mehrjährige Wildblumenwiesen entwickeln sich auf abgemagerten Böden 
  • Nisthilfen für Insekten und Vögel helfen, den Bestand der Tiere zu sichern 
  • Totholzbereiche u. wilde Ecken sind Rückzugsorte/ Tummelplatz unzähliger Lebewesen 
  • Stehengelassene Pflanzenstängel bieten Quartiere für überwinternde Insekten

Auf diese Weise entwickeln sich die Gärten zu echten Natur-Erlebnis-Räumen, von denen Menschen, Tiere und Pflanzen gleichermaßen profitieren.

www.naturgarten.org

Besuchen Sie Stefan Behr, Sprecher Regiogruppe Hamburg des NaturGarten e.V.
am Sonntag, den 23.08. von 15:00 bis 17:00 Uhr in seinem naturnahen Kleingarten in der Kleingartenanlage Stellingen


 

Wir sind Park

Wer kennt sie nicht?!

Hamburg hat 3.042 Grün- und Erholungsanlagen, verteilt über die ganze Stadt. Diese Zahl beinhaltet 2.278 Parkanlagen und 764 Spielplätze, die von den Bürger*innen viel und gern genutzt werden. 2017 hat der Hamburger Senat beschlossen, die Reinigung der Grün- und Parkanlagen sowie der Spielplätze ab 2018 in die Hände der Stadtreinigung Hamburg (SRH) zu geben. Dafür hat die SRH rund 440 neue Mitarbeiter*innen eingestellt. Die Mitarbeiter*innen erhielten zusätzliche Unterweisungen im Umgang mit gefährdeten Pflanzen und Tieren und zur besonderen Vorsicht bei der Reinigung zu Brut- und Setzzeiten. Darüber hinaus wurde die Anzahl der Papierkörbe in den Grünanlagen um 20 % auf ca. 8.000 Papierkörbe ausgeweitet. Der »Jahrhundertsommer« 2018 hat unsere Mitarbeiter*innen direkt herausgefordert. Viele Menschen haben das gute Wetter genutzt und viel Zeit im Grünen verbracht. Rund 89 Mitarbeiter*innen waren in diesem Sommer zusätzlich an Wochenenden unterwegs, um in den Grün- und Parkanlagen für Sauberkeit zu sorgen. Das Ergebnis waren rund 1,87 Tonnen Abfall, der aus den Gehölzflächen eingesammelt und von Spielplätzen entfernt wurde. „Das ist ein toller Erfolg, ich bin stolz auf die geleistete Arbeit der Mitarbeiter*innen“ betont Fabian Fehn, Leiter Zentrale Reinigung, rückblickend. Die gewonnenen Erkenntnisse zur zusätzlichen Wochenendarbeit in Verbindung mit flexibler Gestaltung der Einsatztage und -zeiten hat die SRH zum Anlass genommen, weiter zu investieren. So sind nun regelmäßig an allen Tagen Mitarbeiter*innen der SRH unterwegs, um unter der Woche wie am Wochenende für Sauberkeit in Hamburgs Grün zu sorgen.

www.stadtreinigung.hamburg


 
 
 

Das bald startende Parkprojekt stellen wir euch übrigens in unserem Video vor. Unter »Jugendumweltrat Hamburg« findet ihr es ab dem 20. August im Bereich Video & Co.

Raum für junge Ideen im Umweltschutz

Die BürgerStiftung Hamburg bekam Anfang 2020 frischen Wind in ihre Segel: Seit der Gründungssitzung im Januar engagieren sich 29 junge Menschen im Jugendumweltrat der Stiftung. Der Jugendumweltrat ermöglicht es Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 25 Jahren den Klima- und Umweltschutz in Hamburg aktiv mitzugestalten. Die Ratsmitglieder können selbständig über die Förderung von Klima- und Umweltschutzprojekten entscheiden, die von jungen Menschen initiiert werden. Dafür steht ein eigener Förderfonds zur Verfügung. Mit der Einrichtung des Fonds „Junges Engagement im Umwelt- und Klimaschutz“ hat die BürgerStiftung Hamburg sich zum Ziel gesetzt, Jugendliche aus Hamburg zwischen 10 und 25 Jahren darin zu unterstützen, ihre eigenen Projekte und Ideen zum Umwelt- und Klimaschutz umzusetzen. Die maximale Antragssumme beträgt 3.000€. Antragsberechtigt sind sowohl freie außerschulische Jugendgruppen als auch Projekte, die an der Hochschule, in der Schule oder im Jugendverband angesiedelt sind. Wichtig ist, dass die jungen Menschen sowohl Impulsgeber als auch Durchführer der Projekte sind.

Die Spannweite der möglichen Projekte reicht von Aktionen zum aktiven Naturschutz wie Urban Gardening und Schulhofbegrünung (z.B. ein Vertical Garden an einer Hauswand!) über Recycling oder Upcycling-Projekte, Kunst- und Kulturveranstaltungen zum Thema Umweltschutz bis zu Bildungsprojekten, die das Wissen und Verstehen von lokalen und globalen Umweltzusammenhängen fördern. Die Ideen von jungen AntragstellerInnen stehen ganz klar im Vordergrund. Hamburg soll noch grüner, umweltfreundlicher und bunter werden!

Das Antragsformular, Informationen zu den Förderkriterien sowie Kontakte für Rückfragen und Beratung finden sich auf:
www.buergerstiftung-hamburg.de/jugendumweltrat_hamburg
Die nächste Antragsfrist ist der 26.8.2020! Wir freuen uns auf eure Anträge


 
 

Gemeinsam für den Erhalt der Artenvielfalt

Warum trägt ein Käfer den Namen Langrüsseliges Stockrosen-Spitzmäuschen? Und warum gilt der Mädesüß-Perlmutterfalter als stark gefährdet? Fragen, die oft nur Artenkenner beantworten können. Doch von ihnen gibt es immer weniger – aus diesem Grund wirbt das Centrum für Naturkunde (CeNak) der Universität Hamburg am Langen Tag der StadtNatur für die Bedeutung von Artenkenntnis und regionalen Artenwissen. Neben dem Klimawandel stellen durch Menschen verursachte Veränderungen von Ökosystemen und ihrer Lebensgemeinschaften eine der großen gesellschaftlichen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts dar. So verzeichnen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf der ganzen Welt in den letzten Jahrzehnten dramatische Rückgänge in der Anzahl und der Häufigkeit von Arten in vielen Organismengruppen. Oftmals wird eine Einschätzung zu Bestandsveränderungen durch fehlende Beobachtungen erschwert. So kommen in Deutschland ca. 33.000 Insektenarten vor – eine schier unüberschaubare Vielfalt unterschiedlichster Größen, Formen und Lebensweisen. Viele Insektenarten können nur von Expertinnen nach intensiver Einarbeitung sicher bestimmt werden. Meistens findet diese Spezialisierung in der Freizeit statt. Dabei ist im Naturschutz gerade die Artidentifikation von zentraler Bedeutung, um Rückschlüsse zum ökologischen Zustand von Lebensräumen oder Bestandsveränderungen einzelner Arten ziehen zu können.

Bürgerwissenschaftliches Engagement kann somit maßgeblich zum Erhalt der biologischen Vielfalt beitragen.

 
 

Das CeNak befasst sich als naturkundliche Forschungseinrichtung mit Themen zur Biodiversität und Evolution. Zukünftig werden Analysen zu Veränderungen von Lebensgemeinschaften verstärkt in den Mittelpunkt der Forschung treten. Möglich wird dies durch die Gründung eines neuen Leibniz-Instituts zur Analyse des Biodiversitätswandels (LIB), welches ab 2021 durch den Zusammenschluss des CeNak mit dem Zoologischen Forschungsmuseum Alexander Koenig in Bonn geschaffen wird.